Wie ich zum Wing Chun fand – und warum ich geblieben bin

Florian Runkel

Mit Anfang 20 hatte ich das Bedürfnis, wieder regelmäßig zu trainieren. In meiner Kindheit war ich im Karate und Taekwondo, später beim Militär habe ich Krav Maga gelernt und auch aktiv ausgeübt. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Ich suche etwas anderes.
Etwas, das nicht nur auf Härte und Reaktion basiert. Etwas mit Tiefe.

Krav Maga ist effektiv, keine Frage. Aber für mich war es zu binär: Flucht oder kompromisslose Härte. Für vieles dazwischen gab es keinen Platz. Und genau das hat mir gefehlt.

Also habe ich gegoogelt. Und so kam ich zu Sifu Hargesheimer – und zum Wing Chun.
Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

 

Ein Neuanfang mit Substanz

Was mich sofort gepackt hat, war das Gefühl, dass dieses System zu mir passt. Nicht nur körperlich, sondern auch inhaltlich. Wing Chun hat mir Möglichkeiten gegeben, mit Situationen differenzierter umzugehen. Ich musste nicht mehr nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip funktionieren.

Die ersten Monate waren unglaublich motivierend. Ich habe schnell Fortschritte gespürt – im Körper, in der Haltung, in meinem ganzen Auftreten. Gleichzeitig musste ich lernen, geduldig zu bleiben. Ich wollte alles auf einmal. Zum Glück haben mich mein Sifu und die Ausbilder öfter mal gebremst. Und das war gut so.

 

Was geblieben ist: das Spektrum

Heute weiß ich, dass ich im Ernstfall nicht hilflos bin. Ich habe Werkzeuge an der Hand – von „Platz schaffen“ bis hin zu ernsthafter Gegenwehr. Allein das Wissen darum nimmt mir viel Stress aus der Vorstellung, in einer Gefahrensituation zu landen.

Ich erinnere mich an einen Moment, in dem ich in so eine Situation gekommen bin. Drei Personen haben auf jemanden am Boden eingetreten. Ich bin dazwischen – fokussiert und ruhig. Wing Chun hat mir geholfen, verhältnismäßig zu handeln. Und das fühlt sich im Nachhinein gut an.

Natürlich gab es auch Phasen des Zweifelns. Diese Lernplateaus, wo man meint, es geht nicht mehr voran – oder sogar rückwärts. Aber irgendwann kam immer wieder dieser Klick-Moment. Und dann ging es plötzlich weiter. Genau diese Erfahrung hat mich gelehrt: Manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit. Und das ist okay.

 

Der Blick wurde weiter

Seit ich auch Unterricht in Hongkong nehme, hat sich nochmal vieles verändert. Ich habe gelernt, was „Noi Gaa“ bedeutet – inneres Kung Fu. Es geht nicht darum, nach außen zu beeindrucken. Es geht darum, innen zu verstehen. Die Details. Die Tiefe. Die Verbindung zu den Menschen, mit denen man übt.

Von Sifu Markus habe ich das Fundament gelernt. Das System selbst, die Verteidigung, die Struktur. Dafür bin ich unglaublich dankbar.
Und von Sifu Ng Chun Hong habe ich gelernt, wie viel hinter den Bewegungen steckt. Nicht Technik um der Technik willen, sondern Prinzipien und Konzepte. Er sagt oft: Lass zum Schluss alles wieder los. Die Übungen sind nur das Floß. Wenn du das andere Ufer erreichst, trägst du es nicht weiter mit dir herum.

 

Wenn ich zurückblicke

Ich würde meinem früheren Ich heute sagen:
„Lass dir Zeit. Übe fleißig. Vertraue dem Weg und deinem Lehrer. Die Erkenntnisse kommen von allein, wenn du nicht versuchst, sie zu erzwingen.“

Wing Chun hat mir viel gegeben. Und es gibt mir immer noch viel. Vielleicht ist das der Grund, warum ich geblieben bin.

 

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